Während Sie Arbeitslosengeld beziehen, müssen Sie für die Arbeitsagentur jederzeit postalisch erreichbar sein. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld erlischt, wenn die Erreichbarkeit z.B. aufgrund eines Umzugs nicht gegeben ist. Melden Sie Ihren Umzug möglichst zeitnah, um den Bezug Ihres Arbeitslosengelds nicht zu gefährden. Spätestens vor dem Umzugstermin, besser aber eine Woche vorher, sollten Sie die Bundesagentur für Arbeit über Ihren Umzug informieren. Inwieweit das Arbeitsamt den Umzug finanziell unterstützt, lesen Sie weiter unten.

Die Arbeitsagentur kann sich an den Umzugskosten beteiligen

Gesetzliche Grundlage zur Beteiligung des Arbeitsamts beim Umzug

Es liegt im ureigensten Interesse der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose wieder in „Lohn und Brot“ zu bringen. Dafür soll sie angemessene Kosten übernehmen, wenn diese z.B. vom zukünftigen Arbeitgeber nicht übernommen werden. Im dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) zur Arbeitsförderung heißt es in §44 Förderung aus dem Vermittlungsbudget (Stand 15.08.2019):

„(…) Ausbildungsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende und Arbeitslose können aus dem Vermittlungsbudget der Agentur für Arbeit bei der Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gefördert werden, wenn dies für die berufliche Eingliederung notwendig ist. Sie sollen insbesondere bei der Erreichung der in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Eingliederungsziele unterstützt werden. Die Förderung umfasst die Übernahme der angemessenen Kosten, soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird (…).“

Aus dem „können“ geht hervor, dass die Arbeitsagentur sich nicht gezwungenermaßen beteiligen muss.

Voraussetzungen für die finanzielle Umzugshilfe für Arbeitslose

Die Beteiligung an den Umzugskosten steht im Ermessen der Agentur. Wenn eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung einen Wohnortwechsel erfordert, können zusätzliche Leistungen bewilligt werden. Je nach Einzelfall wird entschieden, welche Kosten vom Umzug übernommen oder bezuschusst werden. Häufig werden auch Pauschalbeträge veranschlagt.

Unwahrscheinlich ist die Beteiligung an Ihren Umzugskosten dann, wenn die Pendelzeit zwischen der bisherigen Wohnung und der neuen Arbeitsstätte „kurz“ ist. In der Regel wird eine Beteiligung dann als notwendig erachtet, wenn der tägliche Arbeitsweg von der bisherigen Wohnung zur neuen Arbeitsstätte 2,5 Stunden überschreitet. Nehmen Sie in jedem Fall Kontakt mit Ihrem Ansprechpartner bei der Bundesagentur für Arbeit auf und sprechen Sie darüber.

Wer eine Förderung für den jobbedingten Umzug erhalten möchte, muss diese bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Ganz offiziell nennt sich das „Antrag auf Gewährung einer Förderung aus dem Vermittlungsbudget gem. §44 Sozialgesetzbuch – Drittes Buch (SGBIII) für die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung“. Den Antrag kann man in der Regel bei seinem „Arbeitsvermittler“ stellen.

Erstattungsfähige Kosten beim Umzug durch das Arbeitsamt wegen Arbeitsaufnahme.

Erstattungsfähige Kosten beim Umzug durch das Arbeitsamt

Umzugskosten können bis zu maximal 3.000€ erstattet werden. Zwei Voraussetzungen müssen dabei erfüllt sein:

Wenn für den Umzug ein Umzugsunternehmen engagiert wird, müssen zwei Vergleichsangebote eingeholt und vorgelegt werden. Auch der Umzug in Eigenregie kann gefördert werden: Die Kosten dafür müssen unter den beiden Vergleichsangeboten liegen. Fazit: Zwei Vergleichsangebote müssen in jedem Fall eingeholt werden.

Prinzipiell gilt, dass alle Kosten nur per Nachweis erstattet werden können. Erstattungsfähige Kosten beim Umzug in Eigenregie sind:

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