Egal, ob Sie aus beruflichen, gesundheitlichen oder privaten Gründen umziehen: In der Regel können Sie die Umzugskosten absetzen. Unterschiede gibt es bei der Geltendmachung im Rahmen der Steuerklärung und bei der Höhe der Abzugsmöglichkeiten.

Prinzipiell benötigen Sie Nachweise und Belege, um Ihren Umzug steuerlich absetzen zu können (Ausnahme: Umzugskostenpauschale). Sammeln Sie Belege in Form von Rechnungen (z.B. vom Umzugsunternehmen) und über den Beweggrund des Umzugs (ein Attest bei Krankheit, ein neuer Arbeitsvertrag bei beruflich motiviertem Umzug).

Bei der Steuererklärung die Umzugskosten absetzen

Umzugskosten absetzen in Ausbildung und Studium

Studenten und Auszubildende können Kosten im Rahmen eines Umzugs häufig steuerlich absetzen. Dabei ist entscheidend, dass der Weg von der neuen Wohnung zum Ausbildungs-/Studienort kürzer ist als vorher. Maßgeblich ist dabei eine Zeitersparnis von mindestens 30 Minuten je zurückgelegtem Weg. Dann kann eine Umzugskostenpauschale angesetzt werden, die von den tatsächlichen Kosten unabhängig ist. Es müssen in dem Fall also keine Belege und Nachweise gesammelt und eingereicht werden.

Auszubildende oder insbesondere Studenten haben häufig keine oder sehr niedrige Einkünfte: Ein steuerlicher Verlust verursacht u.a. durch die Umzugskosten lässt sich auch Jahre später noch im Rahmen der Einkommenssteuererklärung anrechnen. Solche Verlustvorträge können sich als Erwerbstätiger nach Abschluss der Ausbildung oder des Studiums steuerlich durchaus lohnen.

Wohnortwechsel aus beruflichen Gründen – Den Umzug steuerlich absetzen als Werbungskosten

Das Bundesumzugskostengesetz bildet die Grundlage, Umzugskosten von der Steuer abzusetzen. Bei einem Umzug aus beruflichen Gründen handelt es sich um Werbungskosten. Werbungskosten werden in Anlage N der Steuererklärung angesetzt.

Voraussetzungen, um den beruflich bedingten Umzug steuerlich abzusetzen

Gewisse Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den beruflich bedingten Wohnortwechsel in der Steuerklärung geltend zu machen. Eine steuerliche Anerkennung kann es u.a. in folgenden Fällen geben:

Umzugskostenpauschale: Umzugskosten z.T. ohne Nachweise von der Steuer absetzbar?

Für einen Teil der Umzugskosten müssen Sie Einzelnachweise vorlegen.

Zusätzlich können Sie eine Umzugskostenpauschale für sogenannte sonstige Umzugskosten geltend machen. Unter sonstige Umzugskosten fallen z.B. Schönheitsreparaturen/Renovierung der alten Wohnung, Einbau der Küche, Ummelden von PKW und Telefonanschluss.

Konkrete Informationen zur Höhe der Umzugskostenpauschale liefert das Bundesfinanzministerium (Stichwort: Steuerliche Anerkennung von Umzugskosten, Bundesministerium der Finanzen).

Formular, um Umzugskosten abzusetzen.

Sammeln Sie Belege, um weitere Positionen der Umzugskosten von der Steuer abzusetzen

Für die Umzugskostenpauschale benötigen Sie keine Belege. Um weitere Positionen geltend machen zu können, müssen Sie Einzelnachweise erbringen. Mit Beleg können z.B. geltend gemacht werden: doppelte Mietzahlungen, Maklergebühren bei Mietimmobilien, Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen (30ct/km) oder Kosten für den Transport der eigenen Möbel.

Sind Umzugskosten aus gesundheitlichen Gründen steuerlich absetzbar?

Wenn Krankheit oder ein Unfall zum Umzug veranlassen, lassen sich die Kosten für den Umzug als sogenannte „Außergewöhnliche Belastung“ im Rahmen der Steuererklärung ansetzen. Außergewöhnliche Belastungen wirken sich steuerlich erst aus, wenn ein festgelegter zumutbarer Eigenanteil (abhängig von den Einkünften) überschritten wird. Ein ärztliches Attest ist als Nachweis für das Finanzamt beizulegen. Unterstützungsleistungen wie der „Behindertenpauschbetrag“ haben Auswirkungen auf die Ansetzbarkeit der Umzugskosten in der Steuererklärung.

Der rein private Umzug ist auch steuerlich absetzbar

Sie ziehen aus privaten Beweggründen um? So ganz ohne berufliche Motivation? Glücklicherweise auch nicht veranlasst durch Unfall oder Krankheit? Selbst dann können Sie verschiedene Positionen in der Steuererklärung geltend machen – das Stichwort heißt hier: Haushaltsnahe Dienstleistungen. Fahrt- und Arbeitskosten können in Höhe von maximal 20.000€ jährlich berücksichtigt werden. Für haushaltsnahe Dienstleistungen erhalten Sie eine Steuerermäßigung von 20%. Maximal lassen sich pro Jahr somit 4.000€ als haushaltsnahe Dienstleistung in Form einer Steuerermäßigung realisieren.

Allerdings nur, wenn Sie für den Umzug ein Unternehmen engagieren. Ein von Ihnen selbst durchgeführter Umzug lässt sich steuerlich nicht geltend machen. Leider auch nicht die Kosten für Kraftstoff, Miete des Transporters, Kauf von Umzugskartons, etc.

Private Umzugskosten bei der Steuer als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Zusätzlich zu den haushaltsnahen Dienstleistungen (max. 20.000€/Jahr) können auch Handwerkerleistungen (max. 6.000€/Jahr) im Rahmen der Steuererklärung angesetzt werden. Diese führen ebenfalls zu einer Steuerermäßigung von 20% (max. 1.200€/Jahr). Handwerkerleistungen im Rahmen eines Umzugs sind z.B.:

Ähnlich wie beim Umzug werden Sie durch Handwerkerleistungen in Eigenregie nicht vom Fiskus in Form einer Steuerermäßigung belohnt.

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